Aufruf von Arbeitnehmervertreter*innen zur Solidarität mit Fridays for Future

Betriebs- und Personalräten,  Mitarbeiter*innenvertreter*innen,  Schwerbehindertenvertreter*innen, Jugend- und Auszubildendenvertreter*innen,  Gewerkschafter*innen, Arbeitnehmervertreter*innen in Aufsichtsräten und Gleichstellungbeauftragte sind aufgefordert sich anzuschließen


ARBEITSPLÄTZE dürfen kein Argument gegen Klimaschutz sein.
Im Gegenteil, wer menschengerechte, nachhaltige Arbeit für die Zukunft wünscht, muss sich den Forderungen der "Friday for future-Bewegung" anschließen und sie sich zu Eigen machen. Das Anliegen ist absolut berechtigt. Die jungen Menschen verdienen unseren Respekt und unsere Unterstützung.

Soziale Sicherheit und Beschäftigungsperspektiven im Rahmen der erforderlichen Strukturveränderungen sind allerdings ein Muss für unsere Gesellschaft. Ein Gesellschaftsvertrag zur Ausgestaltung sozialer Sicherungssysteme bei den dringend notwendigen Veränderungen ist Voraussetzung und Garant für eine hohe Akzeptanz.

Partizipation und demokratische Mitgestaltung in Branchen und Betrieben sind bei Klimaschutzfragen ein Gebot der Stunde.

Die Schüler*innen - denen unsere Solidarität gilt - haben völlig Recht; sie fordern uns heraus. Lasst uns schnell beginnen. Angesichts der Dimension der Aufgabe ist für uns spürbar, dass wir um gesetzliche Regelungen, individuelle Belastungen und Einschränkungen nicht herumkommen. Wir müssen diesen Auftrag als Betriebs-/Personalräte und Gewerkschafter*innen annehmen und die Chance nutzen, diese Proteste in Form praktischer Arbeit für mehr Klimaschutz und -bewusstsein in die Betriebe und Verwaltungen zu tragen. 

Es ist uns völlig bewusst, dass wir Verhaltensänderungen bei Einzelnen - bei unseren Kollegen*innen - aber auch bei den Institutionen, in unseren Betrieben dringend brauchen. Unsere Aufgabe ist es dabei, diese manchmal auch als soziale Bedrohung wahrgenommenen Forderungen zu ergänzen um kollektive Sicherheiten und gute Perspektiven für Beschäftigte, deren Interessen wir vertreten. So weiter machen wie bisher geht auf keinen Fall. Die Freiheit einer Generation endet, wo sie die Freiheit der folgenden gefährdet.

Fridays for Future wird am Freitag, 20. September, mit einem weltweiten Streik eine Aktionswoche für das Klima beginnen. Dem sollten sich viele Kolleginnen und Kollegen anschließen!


Unsere Verfassung und die Aufgabenverteilung der politischen Akteure hat den politischen Streik nicht im Programm, aber individuell mitzumachen sind wir nicht gehindert.

Wir die Unterzeichnenden unterstützen den globalen Klimastreik am

Freitag, den 20. September 2019!